Fernsehlotterie Lostrommel
Childhood memories

Ein Platz an der Sonne

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Drei Fernsehprogramme, dass war’s dann auch schon!

Kaum jemand kann sich heu­te noch vor­stel­len, dass es ein­mal nur drei Fern­seh­pro­gram­men zur Aus­wahl gab! ARD, ZDF und ein regio­na­les Drit­tes! Das war’s!
Und eben­so selt­sam mag es uns heu­te erschei­nen, dass Fern­seh­ereig­nis­se so das Leben der Men­schen beein­fluss­ten, dass Stra­ßen nur so leer gefegt waren! Man sprach damals, im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, von „Gas­sen­fe­gern“. Egal ob im Win­ter oder Som­mer, im Früh­ling oder Herbst, bei Regen oder Son­nen­schein, wenn ein sol­cher „Gas­sen­fe­ger“ im Fern­se­hen kam, waren die Stra­ßen leer, ein­fach nur leer!

Fernsehlotterie Plakat
Abb. 1
Fern­seh­lot­te­rie Pla­kat
Bild­quel­le: www.fernsehlotterie.de

Ein Platz an der Sonne!

Zu den High­lights des eines jeden Fern­seh­jah­res gehör­te die „Fern­seh­lot­te­rie“ in der ARD, also im ers­ten Pro­gramm.
Ich kann mich nicht mehr genau dar­an erin­nern wann genau im Jahr die „Fern­seh­lot­te­rie“ statt­fand, der Slo­gan der Lot­te­rie ist jedoch bis heu­te gleich geblie­ben: „Ein Platz an der Son­ne“!

Mit 5 Mark sind Sie dabei!

Wochen bevor DAS Super­ereig­nis los­ging, wur­de kräf­tig die Wer­be­trom­mel dafür „gerührt“. „Mir 5 Mark sind Sie dabei!“ Die Leu­te stürm­ten nur so in die Spar­kas­sen und Volks­ban­ken, um IHR per­sön­li­ches Los ein­zu­zah­len.
Heu­te wird, im Zeit­al­ter des Inter­nets, der Geld­trans­fer wie selbst­ver­ständ­lich bar­geld­los bequem online abge­wi­ckelt. Damals muss­te man das Geld per Vor­druck über­wei­sen. Für die „ARD Fern­seh­lot­te­rie“ gab es dafür in den Ban­ken spe­zi­el­le Über­wei­sungs­vor­dru­cke.
Den Durch­schlag der Über­wei­sung bekam der über­aus hoff­nungs­vol­le Lot­te­rie­spie­ler, ein klei­ner „Schnip­pel“, mit dem Namen und der Adres­se des Glücks­rit­ters, wur­de abge­schnit­ten und an die Fern­seh­lot­te­rie per Post von der Bank vor­ge­schickt. „Und bit­te fül­len Sie Ihre Über­wei­sung gut leser­lich aus!“

Ab in den „Glückswirbel“

Alle Lose kamen dann in eine rie­si­ge glä­ser­ne Los­trom­mel, den soge­nann­ten „GLÜCKSWIRBEL“. Die ers­te Ver­si­on die­ser gigan­ti­schen sich dre­hen­den zylin­dri­sche Trom­mel. Durch einen per­ma­nen­ten Luft­strom wur­den die Lose durch ein sich über der Trom­mel befin­den­des Rohr gepus­tet. Am Ende des Roh­res, auf der ande­ren Sei­te der Trom­mel, gab es einen „Glas­kas­ten“ mit einer run­den Öff­nung durch die man grei­fen konn­te, um die durch­flat­tern­den Lose auf­fan­gen zu kön­nen. Danach flo­gen die Lose wie­der in den „Glücks­wir­bel“ zurück. In einer spä­te­ren, modi­fi­zier­ten Aus­füh­rung des „Glücks­wir­bels“ (sie­he Abb. 2), viel die „Rohr­kon­struk­ti­on“ weg. Der Griff in den „Glücks­wir­bel“ blieb jedoch!

Fernsehlotterie Lostrommel
Abb. 2
Fern­seh­lot­te­rie „Glücks­wir­bel„
Bild­quel­le: www.fernsehlotterie.de

Es galt eini­ge rich­tig tol­le Gewin­nen zu ergat­tern. Da gab es eini­ge Häu­ser, Autos, tol­le Rei­sen und Geld­ge­win­ne. Aber auch klei­ne Prei­se, wie etwa Wasch­ma­schi­nen, Küchen­ge­rä­te aller Art, ein „flot­tes“ Kaf­fee- oder Tafel­ser­vice, mit etwas Glück das pas­sen­de Besteck-Set dazu und ande­re nütz­li­che Haus­halts­uten­si­li­en wur­den ver­lost.

Datenschutz, kann, muss man aber nicht 🙂

Die rich­tig „fet­ten“ Prei­se, also die Häu­ser, Autos, Rei­sen usw. durf­ten Pro­mi­nen­te, heu­te wür­de man VIPs sagen, zie­hen.
Der VIP schob sei­nen Arm durch die Öff­nung im Glas­kas­ten und ver­such­te ein vor­bei­flat­tern­des Los auf­zu­fan­gen. Hat­te sie/er das dann geschafft, muss­te der Los­ab­schnitt dann von einem Notar auf sei­ne Gül­tig­keit hin geprüft wer­den.
Und dann kam der span­nen­de Augen­blick. Name und Wohn­ort der Gewinnerin/ des Gewin­ners wur­de vor­ge­le­sen. Mit dem Daten­schutz nahm es damals nicht so genau! Nur ganz sel­ten kam es vor, dass der Name, auf Wunsch des Los­käu­fers, mal nicht genannt wur­de; die Erwäh­nung des Wohn­or­tes war aber obli­ga­to­risch.

Familie „Schw.…“; was für Glückspilze

Gleich vor­ne­weg, mei­ne Eltern haben in all den Jah­ren nie etwas gewon­nen.
Aber dar­auf kam es gar nicht so an. Ent­schei­dend war der Spaß für die gan­ze Fami­lie.
„Ach guck mal an die Han­ne­lo­re XYZ hat ein Kaf­fee­ser­vice gewon­nen! Die ken­ne ich vom letz­ten Wald­fest“. „Ne ne, der Horst hat ein Moped ergat­tert, hat der über­haupt einen Füh­rer­schein?“
Und so ging es den gan­zen Tag vom Nach­mit­tag bis zum Abend. Irgend­je­mand war immer bei den Gewin­nen dabei, den man kann­te, als wenn ganz Deutsch­land Aber­mil­lio­nen an Losen gekauft hat­te, was ja auch so war!
In unse­rem Ort gab es aber eine Fami­lie, die immer etwas gewann! Soll­ten sie ein Jahr mal nicht bei den glück­li­chen Los­spie­lern dabei gewe­sen sein, so habe ich das ver­ges­sen! „Und hier haben wir wie­der eine Rei­se für die gan­ze Fami­lie an die Nord­see! Der oder die Gewin­ne­rin kom­men aus …… und hei­ßen Schw…..“. „Ne, das kann doch nicht sein, die gewin­nen aber auch immer! Das gibts doch nicht!“ Ich erin­ne­re mich an ein Jahr, wo Fami­lie „Schw…..“ sogar zwei oder drei Gewin­ne abge­sahnt hat­te. Ich möch­te nicht wis­sen für wie­viel D‑Mark die guten Leu­te jedes Jahr Lose gekauft hat­ten 🙂

Neid? Nicht wirklich!

Aber auch wenn man nichts gewon­nen hat­te, nei­disch war man nicht wirk­lich auf die Glück­li­chen aus der Nach­bar­schaft; zumin­dest ließ man es sich nicht anmer­ken 😉
Ich fand die Fern­seh­lot­te­rie-Nach­mit­ta­ge immer sehr span­nend und fie­ber­te bei jedem Griff in die Los­trom­mel mit mei­nen Eltern mit, allein das war schon „Los­glück“ genug! „Nächs­tes Jahr sind wir viel­leicht dabei, mit etwas Glück!“ 😉



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Fernsehlotterie

Wer mehr über die His­to­rie der Fern­seh­lot­te­rie
wis­sen möch­te, wird unter www.fernsehlotterie.de fün­dig.


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