Childhood memories

Milch aus der Kanne


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1 Liter Kaba(*) mit Bananengeschmack

Ich hat­te ja schon über „unse­re“ Orts „Tan­te-Emma-Läden“ in mei­nem Post „Wei­ße Mäu­se“ berich­tet. Das eine Geschäft gehör­te der Fami­lie Brand, dass ande­re der Fami­lie Han­se­mann. Der Laden der Fami­lie Han­se­mann war, mei­nes Wis­sens nach, älter; aber egal.
Eines der „Ein­kauf-High-Lights“ bei „Han­se­manns“ war für mich, an war­men (hei­ßen) Som­mer­ta­gen, der Ein­kauf von fri­scher Vollmilch.

Weißer Kunststoff mit gelben Deckel

Wenn ich mich noch rich­tig erin­ne­re, hat­ten wir eine Milch­kan­ne aus wei­ßem Kunst­stoff mit einem gel­ben Deckel und einem eben­so gel­ben Bügel, natür­lich auch aus Kunst­stoff. Der Deckel war an einer Stel­le etwas ver­formt, weil ihn irgend­je­mand ein­mal unacht­sam kurz auf die hei­ße Herd­plat­te gelegt hat­te. Sei­ne Auf­ga­be, die Milch­kan­ne zu ver­schlie­ßen, erfüll­te er, trotz die­ses opti­schen Makels, aber dennoch. 

„Hol doch mal schnell Milch von Hansemanns“

Die Som­mer in mei­ner Kind­heit waren heiß, sehr heiß; zumin­dest kam mir das damals so vor.
Und wenn die Son­ne mal wie­der so rich­tig vom Him­mel auf unser klei­nes Dorf „knall­te“, gab es aus mei­ner Sicht nur eine Mög­lich­keit der ulti­ma­ti­ven Erfri­schung: kal­te Milch mit Kaba / Bana­nen­ge­schmack! (*)
Ich quen­gel­te dann solan­ge, bis mei­ne Mut­ter die magi­schen Wor­te sprach: „Hol doch mal schnell Milch von Hansemanns“. 

400 Meter hin und zurück 

Ich bekam dann die oben beschrie­be­ne Milch­kan­ne und ein paar Gro­schen in die Hand gedrückt und ab ging die Post. 400 Meter lagen zwi­schen mir und dem „Milch-Zapf­hahn“.
Der Hin­weg zu „Han­se­manns“ war schnell erle­digt, ren­nen konn­te ich ja damals wie eine „Eins“. Für den Rück­weg brauch­te ich immer etwas län­ger. Zum einen, weil ich ca. 1,5 Liter Milch „schlep­pen“ muss­te, zum ande­ren, weil sich der Deckel durch die „schwap­pen­de“ Milch gelo­ckert hät­te und die Kan­ne nicht mehr rich­tig ver­schlos­sen gewe­sen wäre. Die Fol­ge, ich wäre nicht mehr mit der vol­len Ladung Milch daheim ange­kom­men. Das ist mir ein zwei­mal pas­siert, danach war ich schlauer! (?)

Vollmundig im Geschmack und ohne reduzierten Fettgehalt

Im Laden ange­kom­men schob ich die Milch­kan­ne über den Tre­sen. „Ein­mal voll, bit­te!„
Jeder von uns kennt ja eine hand­be­trie­be­ne Brun­nen­pum­pe, auch Hand­schwen­gel­pum­pe genannt, hof­fe ich jeden­falls 🙂 Wenn nicht, schaut mal hier nach: Hand­schwen­gel­pum­pe
So ähn­lich sah auch der „Milch-Zapf­hahn“ aus. Die Milch­kan­ne wur­de dar­un­ter gescho­ben und der „Zapf­hahn“ von Hand vor und zurück bewegt. Die gekühl­te Milch kam aus einem Tank unter der The­ke, wel­cher jeden Mor­gen frisch gefüllt wür­de. Der Milch­wa­gen der ört­li­chen Mol­ke­rei fuhr von Mon­tags bis Sams­tags die klei­nen „Tan­te-Emma-Läden“ ab/an und belie­fer­te Sie mit fri­scher, gekühl­ter Milch.
Und ich sage Euch, das war eine Milch, voll­mun­dig im Geschmack und ohne redu­zier­ten Fett­ge­halt, außer­dem genau rich­tig tem­pe­riert! Ob die Milch damals schon pas­teu­ri­siert oder ultra­hoch-erhitzt war ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis. Ich weiß nur eins, die Milch hat gra­na­ten­mä­ßig lecker geschmeckt.

Kaba(*) mit Bananengeschmack

Aber die­ser gigan­ti­sche Geschmack konn­te noch getoppt wer­den! Ein oder zwei Ess­löf­fel Kaba(*) mit Bana­nen­ge­schmack, lang­sam und mit Bedacht in die Milch ein­ge­rührt und das lukul­li­sche Schla­raf­fen­land öff­ne­te sei­ne Pfor­ten!
Mei­ne Mut­ter und ich setz­ten uns zum Genie­sen die­ses „Göt­ter­tran­kes“ meist in unse­rer schat­ti­gen Hof, dass Geplät­scher des Küh­le spen­den­den Dorf­ba­ches als beru­hi­gen­de Unter­ma­lung im Hin­ter­grund.
Was für eine Wohl­tat, die an hei­ßen Som­mer­ta­gen fast nicht zu über­bie­ten war!
Oder etwa doch? JA und zwar immer dann wenn mei­ne Mut­ter sag­te: „Hol doch noch­mal schnell Milch von Hansemanns!“



info_outline

Kaba

Wer mehr über die „Erfin­dung“ von Kaba wis­sen möch­te
fin­det bei Wiki­pe­dia einen kur­zen Artikel: 


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