Childhood memories

Weiße Mäuse


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Weniger war mehr!

Wenn ich heu­te im Aldi, Lidl, Pen­ny, oder irgend einem ande­ren Super­markt, vor den Süßig­kei­ten-Rega­len ste­he, fra­ge ich mich oft­mals, braucht man die­se Men­gen an Zucker­werk wirk­lich, oder ist weni­ger nicht mehr? Was für ein Über­fluss!
In mei­ner Kind­heit und das ist jetzt schon gut fünf­zig Jah­re her, gab es in unse­rem Dorf zwei klei­ne „Tan­te-Emma-Läden“. Der eine Laden war so klein, dass der ein­zi­ge Geschäfts­raum bequem in unser heu­ti­ges Wohn­zim­mer gepasst hät­te. Die Räum­lich­kei­ten des zwei­ten Dorf­la­dens waren groß­zü­gi­ger bemes­sen. Außer­dem gab es eine eige­ne Flei­sche­rei und einen, nun ja eher klei­nen Tre­sen mit aller­lei Backwaren. 

Süßigkeiten statt Aktien

Und genau in letz­te­ren Laden ging ich beson­ders gern. Und war­um?
Nun, dazu sei Fol­gen­des ange­merkt. Frü­her war es nicht unbe­dingt üblich, dass Kin­der Taschen­geld beka­men, zumin­dest war das bei mei­nen Spiel­ka­me­ra­den und mir der Fall. Aber hin und wie­der erhielt ich mal ein paar Gro­schen von mei­nen Groß­el­tern oder mei­nen Eltern in die Hand gedrückt. Und da Geld dazu da ist in Umlauf gebracht zu wer­den, leg­te ich mei­nen klei­nen Schatz nicht in Akti­en, son­dern in Süßig­kei­ten an. 

Plombenzieher und Co.

Bei „Brands“, so hie­ßen die Inha­ber des Ladens mei­nes Ver­trau­ens, gab es auch eine klei­ne Aus­wahl an Süßig­kei­ten und ich beto­ne, eine KLEINE Aus­wahl!
Und alles ein­zeln, nicht wie heu­te im Dut­zend bil­li­ger.
In fein säu­ber­lich auf­ge­reih­ten gro­ßen Glas­ge­fä­ßen, wel­che mit einem Blech­de­ckel­ver­schluss ver­se­hen waren, befan­den sich all die Din­ge, die wir als Kin­der so ger­ne „ver­schna­bu­lier­ten“.
Da gab es schrei­end bun­te Kau­gum­mi­ku­geln, Lakritz­schne­cken, klei­ne Mil­ky­way und Mars Rie­gel, Schleck­mu­scheln, Zucker­ket­ten, Kara­mellbon­bons, Gelee­boh­nen, den Plom­ben­zie­her Bazoo­ka-Kau­gum­mi und ande­re Köstlichkeiten.

Fünf Pfennig und ein Kinderstrahlen gratis dazu! 

Aber eine Süßig­keit moch­te ich beson­ders gern: wei­ße Schaumm­äu­se! Wenn ich es noch rich­tig in Erin­ne­rung habe, kos­te­te eine Maus fünf Pfen­nig. Fünf Pfen­nig für ein Kin­der­strah­len, drei­ßig Pfen­nig zur Glück­se­lig­keit 🙂
In all den Jah­ren mei­ner Kind­heit habe ich so etli­che süße wei­ße Mäus­chen in den Süßig­kei­ten­him­mel beför­dert. Habt Dank euch allen für die­se zuck­ri­gen Momen­te die ich nie ver­ges­sen werde!

Und ab in die Papiertüte

Die wei­ßen Mäu­se wur­den mit einer Zan­ge aus ihrem glä­ser­nen Gefäng­nis befreit und in einem klei­nen Körb­chen zwi­schen­ge­la­gert. Hier lan­de­ten auch all die ande­ren Köst­lich­kei­ten, wenn es ein­mal mehr als drei­ßig Pfen­nig aus­zu­ge­ben gab.
Mit die­sem Korb ging dann das glück­li­che Kind zur Kas­se, wo der erwor­be­ne Schatz Stück für Stück ent­nom­men, zusam­men­ge­rech­net und in einer klei­nen Papier­tü­te ver­staut wur­de. Plas­tik, nein Danke! 

Schneller Ausbruch und ein jähes Ende

Wie gewon­nen, so zer­ron­nen! Eigent­lich hät­te die Tüte mit den Mäu­sen ja die gan­ze Woche rei­chen sol­len, aber der Geist ist wil­lig, doch das Fleisch ist schwach. So ver­schwand ein Mäus­chen nach dem ande­ren, unwi­der­steh­lich im Geschmack.
Kei­ner wuss­te so rich­tig, wohin sie aus­büx­ten. Plötz­lich war die Tüte leer, ein­fach nur leer!
Und so wur­de die Ver­pa­ckung im letz­ten Akt des Dra­mas auf­ge­bla­sen, um mit einem lau­ten Knall beim Drauf­schla­gen zu zer­plat­zen.
Scha­de, schon vorbei! 


Für Nostalgiker 🙂

Es gab zwei Süßig­kei­ten, bei denen mir immer schlecht wur­de, wel­che aber zu mei­ner Kind­heit „Kult“, oder wie man heu­te sagt ein „must have“, waren!

Schleckmuscheln

Schleckmuscheln (*)

Ich fra­ge mich heu­te noch, wie wir so etwas gut fin­den konn­ten. Zum einen waren/sind die „Din­ger“ schrei­end süß, voll­ge­stopft mit künst­li­chen Aro­men und Farb­stof­fen, zum ande­ren hat man sich mit schö­ner Regel­mä­ßig­keit Zun­ge und Lip­pen dar­an „auf­ge­schrub­bert“. Von der Übel­keit nach dem Schle­cken der zwei­ten und drit­ten Muschel ganz abgesehen 🙂 

Bild­quel­le: Amazon.de (*)

Zuckerketten

Zuckerketten (*)

Klei­ne Zucker­lin­sen mit einem Loch in der Mit­te. Auf­ge­reit auf einem Gum­mi­fa­den. Natür­lich wur­den die Zucker­ket­ten auch wie eine ech­te Ket­te „getra­gen“. Die Zucker­lin­sen knab­ber­te man dann Stück für Stück ab. Wen stör­te schon, dass der Hals nach kur­zer Zeit total ver­klebt war?! Ein­mal pro Woche ging es doch in die Badewanne! 🙂 

Bild­quel­le: Amazon.de (*)


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